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Geschichte
Du brichst am frühen Morgen auf, ohne dich von der Familie zu verabschieden, bei der du wohnst. Du vertraust darauf, dass sie sich um Ahrenia kümmern wird, bis sie aufwacht – falls sie es jemals tut.
Der Dschungel ist so heiß und tödlich, wie Ahrenia es dir beschrieben hatte. Es ist vollkommen still hier. Kein Gezwitscher von Vögeln, kein Geschnatter von Affen – du siehst nicht mehr als einen Moskito. Als du dir deinen Weg durch die dicken Ranken hackst, fühlst du ein seltsames Kribbeln hinten am Hals, als ob dich etwas beobachtet – etwas Bösartiges und Hungriges.
Dennoch bahnst du dir ungehindert einen Weg durch das dicke Blattwerk. Es scheint, als hätte dich Ahrenias Macht also doch würdig gemacht.
Nach vielen langen Stunden erreichst du eine hohe Mauer aus Sandstein, die dir den Weg blockiert. Das muss das Labyrinth sein. Du streckst deine Arme aus, mit der Absicht, die an der Mauer wachsenden Ranken hochzuklettern, aber als deine Hand den Stein berührt, fühlst du etwas Eigenartiges, als wäre die Mauer gar nicht dort. Vorsichtig gehst du vorwärts und fällst durch die Wand auf einen sauber gefliesten Steinboden.
Du stehst auf und siehst dich um. Du bist tatsächlich in einem Labyrinth, an einer Art Rastplatz. Ein grausig aussehendes Skelett in der Ecke erzählt die Geschichte der letzten armen Seele, die ihren Weg hierher gefunden hat. Hoffentlich bist du besser vorbereitet.
Vor dir befindet sich ein großes Steinrelief. Überraschenderweise sieht es aus wie eine Art Karte. Ein besonderer Vorteil für die auserwählte Person, vielleicht?
Das Relief zeigt das Labyrinth aus der Vogelperspektive, mit einem großen, quadratischen Gebäude in der Mitte. Das muss das Sanktuarium sein. Davon ausgehend, dass oben Norden ist, gehst du mit dem Finger am Rand entlang, um ausfindig zu machen, von wo aus du hineingekommen bist, und während du das tust, bemerkst du im Labyrinth lauter Sackgassen, lauter Pfade, die wieder zueinander führen, und sogar versteckte Durchgänge. Hm. Das könnte zum Problem werden.
Du richtest deine Aufmerksamkeit stattdessen auf vier Figuren, die scheinbar willkürlich auf die Karte gemalt wurden. Sie haben ganz unterschiedliche Formen und Größen, aber es sind ihre Farben, die deine Aufmerksamkeit erregen: Silber, Blau, Grün und Rot. Die Farben der Götter!
Ein lautes, tosendes Quaken erschallt und du schreckst von der Karte auf. Es kam von gleich um die Ecke – das muss das erste Monster sein! Du überprüfst deine Waffen und machst dich auf den Weg in die Richtung des Geräusches, und als du an ihm vorbeigehst, wirfst du noch einen letzten Blick auf das bedauerliche Skelett. Wenn du nicht so enden möchtest, solltest du dich besser beeilen...
Nachdem du dich so viele Wochen lang verschanzt und vor den Lakaien des Herolds versteckt hast, ist ein Kampf eine überraschend willkommene Pause. Das erste Monster, eine große, plumpe Kröte, erledigst du mit Leichtigkeit, mit einem zeitlich gut abgepassten Hagel aus Wasser-Hieben. Das zweite Monster, eine Art fliegende Echse, ist etwas zäher, bis dir einfällt, dass du es mithilfe deines Bogens im Himmel abschießen kannst. Das dritte Monster ist absolut gigantisch, eine Pflanze in der Größe eines Hauses, die immer wieder versucht, dich in Dünger zu verwandeln.
Das vierte Monster ist das zäheste von allen. Es ist eine gewaltige Schlange, die sich durch die Korridore des Labyrinths schlängelt, während Gift von ihren riesigen Fangzähnen tropft. Du musst während des Kampfes aufpassen, wohin du trittst, und ununterbrochen ihren Angriffen ausweichen, bis sie ermüdet und du schließlich näher herankommen kannst, um zurückzukämpfen. Endlich ist sie besiegt.
Erschöpft machst du dich auf den Weg zum nächsten Ausruhort. Nach den Siegen über jedes der Monster erschien ein farbiger Pfad auf der Karte, dies sollte auch nun wieder geschehen. Da! Ein Fluss aus goldener Tinte sprudelt hoch und formt, wie durch Magie, einen Pfad in Richtung des uralten Sanktuariums. Du hast es geschafft!
Ohne Zeit zu verlieren, eilst du durch das Labyrinth. Rechts, links, wieder rechts, über eine bröckelnde Wand hinüber, durch einen Tunnel und noch einmal nach links – da ist es! Vor dir steht ein bescheidenes, unscheinbares Gebäude aus Stein. Über dem Eingang glänzen vier riesige Edelsteine – einer für jedes von dir besiegte Monster.
Mit einem Seufzer der Erleichterung gehst du in Richtung der Tür des Sanktuariums. Schon bald wirst du die Hinweise haben, die du brauchst, um den Herold zu finden, und dann kannst du dich auf ein neues Abenteuer begeben.
Du bist so in Gedanken versunken, dass du gar nicht die Ranke bemerkst, die sich langsam um dein Bein wickelt, bis sie dich mit einem starken Ruck in die Luft hebt. Du schreist vor Überraschung auf, als die Welt plötzlich Kopf steht.
Die Ranke knallt wie eine Peitsche auf und schleudert dich in die Wand des Sanktuariums. Du stehst auf, hältst deinen Kopf und siehst, wie eine riesige, menschenähnliche Figur aus dem Boden sprießt. Ihr Haar ist eine Krone aus knallroten Dornen, die bis zu ihrem unteren Rücken reichen. Ihre Beine enden in gigantischen Wurzeln und ihr Körper ist von sich windenden Ranken bedeckt, die so breit sind wie dein Brustkorb.
"Champion!", ruft dir die Wächterin des Sanktuariums zu, mit einer Stimme, die die Wände um dich herum erbeben lässt. "Ich bin Morellia, die Wächterin des Sanktuariums. Hier darf niemand rein!"
"Ich wurde auserwählt!", antwortest du, während du dein Bestes versuchst, aufrecht zu bleiben. "Von Ahrenia!"
Morellia hält inne, die Ranken faul durch die Luft kreisend.
"Dann musst du beweisen, dass du würdig bist. Bist du bereit für den Kampf?"
Du schaust an dir runter – von giftigen Stacheln und Pflanzenstücken bedeckt, die Rüstung in Stücke gerissen... ganz zu schweigen von deinen Stiefeln, die noch voller Eingeweide der Riesenschlange sind. Du seufzt. Es ist ja nicht so, als könntest du dich noch besser vorbereiten.
"Ich bin bereit!", rufst du. "Los geht's!"
Voraussetzungen
- Kaufe Folgendes im Laden:
Labyrinth-Auflösung