Anfang vom Ende

Geschichte

Ob durch Glück, göttliches Eingreifen oder einen Beweis deines eigenen unermüdlichen Willens – du hast es geschafft, Ahrenia aus dem Nebel zurückzuholen. Es bedurfte bedeutsamer Kraft, nicht nur von dir, sondern auch von den wenigen lebenden Seelen, die sich noch in Melvor befanden und verzweifelt gegen Banes Kreaturen ankämpften, während du weg warst.

Ahrenia und du humpelt zurück in die Hauptstadt. Tage, Wochen oder sogar Monate vergehen, bis ihr die kriegsverwüstete, verkohlte Landschaft und die ramponierten und zerstörten Städte und Dörfer durchquert habt. Stille Gefolgsleute schließen sich euch auf eurem Rückweg an. Sie können nirgendwo anders hin. Die Hauptstadt ist das letzte bisschen Hoffnung, von dem sie wissen, also ziehen sie hinter euch her wie Motten, die in der Nacht einem kleinen Funken Licht folgen. Man kann müdes Geplauder hören, über andere Städte im Nebel, in denen es Überlebende geben soll, mit der Hoffnung, dass sie das überstehen werden, was als Nächstes kommt.

Auf den rußbedeckten Gesichtern der Menge kann man einen Hauch der Erleichterung erkennen, als du und Ahrenia durch die Tore der Hauptstadt lauft. Selbst hier sind viel weniger Leute als noch bei deiner Abreise. Euer Gefolge von müden Soldaten und vernarbten Bauern löst sich in der Menge auf, dankbar darüber, unter den Lebenden und hinter festen Mauern zu sein.

Die Herrscherin der Hauptstadt heißt euch beide mit offenen Armen willkommen, dankbar, dass ihr ein kleines bisschen der Last von ihren Schultern genommen wurde. Sie lässt euch in den Palast hinein, der scheinbar in gleichen Teilen in eine Kommandozentrale und in eine Suppenküche umgebaut wurde. Rationen werden an eine Schlange hungriger Kinder verteilt, während Soldaten ängstlich den Himmel im Auge behalten und hin und her laufen.

Die nächsten Tage ruhst du dich aus. Ab und zu klopft Ahrenia zaghaft an die Tür und bringt Leute herein, welche sie als möglicherweise hilfreich erachtet. Alle von ihnen erzählen ähnliche Geschichten von Bane, dem dunklen Wesen. Wie er scheinbar aus dem Nichts auftaucht, oft ohne Vorwarnung, und Orte mit einem Regen aus Feuer bombardiert, bevor sich kurz darauf ein erstickender Teppich aus schwarzem Nebel ausbreitet.

Du hast es geschafft, aus den zahlreichen Besuchen eine Art laufende Geschichte über alle Ereignisse zusammenzustellen. Man sagt, dass Bane zuerst gesichtet wurde, nachdem die Vier sich tief in ihre Verliese absonderten. Sein dunkler Nebel fegte über die gesamten östlichen Lande hinweg und alle, die ihm erlagen, standen wieder auf. Scharenweise liefen diese untoten Kreaturen durchs Land und hinterließen einen breiten, blutigen Streifen bis hin zur östlichen Hauptstadt.

Dort hielten einige der besten Krieger und Magier einen ganzen Tag lang gegen Banes Armee stand, sie kämpften mit unglaublicher Entschlossenheit, noch lange, nachdem ihre Körper bereits nachgegeben hatten. Das Blatt wendete sich zu ihren Gunsten und die untote Horde wurde zurückgedrängt... bis Bane aus dem Himmel erschien. Beinahe mühelos ließ er Feuer aus dem Himmel herabregnen, welches nicht nur in Stücke riss, was von jenen, die die Stadt verteidigten, noch übrig war, sondern auch in wenigen Augenblicken die Mauern zunichte machte.

Die Untoten zerstörten begierig die verwüsteten Verteidigungsstreitkräfte, welche natürlich kurz nach ihren Toden wieder auferstanden und sich der immer größer werdenden Horde anschlossen. Riesige Feuer brachen aus und verschlangen in wenigen Minuten sämtliche Nachbarschaften, während die vereinzelten, erschrockenen Bürger alles taten, um zu entkommen. Nur wenige schafften es. Und von den wenigen, denen es gelang, dem Gemetzel zu entgehen, schafften es noch weniger, nach all dem Grauen, das sie erlebt hatten, ihren Verstand zu bewahren. Jegliche Orte, die nicht von dicken Mauern umgeben waren, mussten bereits gefallen sein, ähnlich der Dörfer, die Ahrenia und du auf dem Rückweg zur Hauptstadt durchquert hattet.

Ahrenia lässt dich die Informationen und die Geschichte einen Tag lang verdauen, bevor sie auf dich zukommt, als du dein Zimmer zum ersten Mal, seit du den Palast betreten hattest, verlässt.

"Bane wird früher oder später kommen. Je mehr Städte von ihm und seiner Horde zerstört werden, desto mächtiger werden sie."

Du nickst. Du bist unsicher, was ihn antreibt, aber du weißt mit Sicherheit, dass er früher oder später hierherkommen würde.

Ahrenia war immer eine Heldin, eine, die im Austausch für unglaubliche Kraft alles gegeben hatte. Sie war leidenschaftlich, geradeheraus und eine geborene Anführerin. Doch nun steht sie hier, ermüdet und flehend. Jegliche Zuversicht, die sie einst hatte, ist verschwunden, sie nimmt die Situation niedergeschlagen an. Sie lehnt sich an die Wand und rutscht langsam zu Boden.

"Ich weiß nicht, ob du es gehört hast. Ich habe es einst beinahe besiegt."

Zum ersten Mal seit mehreren Tagen öffnest du deinen Mund und sprichst: "Und dann gingst du im Nebel verloren?"

Ahrenia scheint beinahe überrascht, deine Stimme zu hören, als hätte sie nicht erwartet, gehört zu werden. "Ja. Er... Bane... rief jemandem zu. Einem Mann namens Herold. Er sagte, er hätte ihn enttäuscht. Herold... oder zumindest ein Mann, der sich für ihn ausgab... war derselbe, der mir meine Macht gab."

"Dieser... Herold. Könnte er für beide Seiten arbeiten? Und... in welchem Ausmaß?"

Sie schüttelt traurig den Kopf, dann seufzt sie tief und steht wieder auf. "Ich weiß es nicht... Ich weiß nur, dass wir für das bereit sein müssen, was kommt. Es könnte sein, dass es nicht mit Bane allein endet..."

"Wie viel Zeit haben wir?"

Sie zuckt mit den Schultern, dann lächelt sie leicht. "Ich weiß es nicht. Vielleicht einen Tag. Vielleicht ein Jahr. Was auch immer passiert, wenn du es geschafft hast, mich aus diesem Nebel zu ziehen... dann haben wir vielleicht eine Chance. Ruh dich aus." Sie klopft dir fest auf die Schulter, bevor sie wieder in ihrem Zimmer verschwindet.

Ihr müsst bereit sein. Ihr müsst.

Voraussetzungen

  • Schließ 'Hinein in den Nebel' einmal ab